Archäologische Objekte

Organische Materialien werden im Boden in der Regel schneller abgebaut als anorganische Materialien (z.B. Keramik, Glas, Metall). Holz, Textil oder auch Leder erhalten sich in unseren Breitengraden nur unter besonderen Umständen, etwa in wassergesättigten Böden oder durch die konservierende Wirkung der Metallsalze. Aber auch anorganische Funde, vor allem das Metall, und hier vorrangig das Eisen kann derart korrodiert sein, das von einem Objekt nichts Erkennbares mehr vorhanden ist.

Die Funde sind, unabhängig von ihrem oftmals weit fortgeschrittenen Zerfall, eine wichtige Informationsquelle für die archäologische Forschung. Erstes Ziel der Restaurierung ist es, alle Informationen zum Fund und zum Befund (Kontext) aufzudecken und zu dokumentieren, da alle weiteren Maßnahmen zwangsläufig mit einer gewissen Zerstörung verbunden sind.

Die Bearbeitung in-situ geborgener Grabbeigaben aus Metall mit anhaftenden organischen Fragmenten ist seit einigen Jahren ein fester Bestandteil im Stuttgarter Lehrplan, vermittelt die anspruchsvolle und vielseitige Aufgabenstellung doch wesentliche Prinzipien der archäologischen Restaurierung. Zunächst wird eine feinstratigrafische Untersuchung der Befundsituation durchgeführt, um alle organischen Materialien, die sich in der Nähe der Metalle erhalten haben, zu erfassen. Dies schult den Umgang mit stark abgebauten Materialien, insbesondere das mikroskopische Beobachten und die manuelle Geschicklichkeit. Für die archäologische Forschung erbringt die Untersuchung wichtige Informationen zur einstigen Funktion und Verwendung der Textilien, Lederfragmente oder auch botanischen Reste (Organische Reste).

Gürtelgehänge, Hessigheim Grab 53, Landesamt für Denkmalpflege Stuttgart
in situ geborgenes Gürtelgehänge, Hessigheim Grab 53, Landesamt für Denkmalpflege Stuttgart, restauriert von Diana Gabler 2009
Zeichnerische Dokumentation des Gürtelgehänges (Planum 1)
Zeichnerische Dokumentation des Gürtelgehänges (Planum 1), Diana Gabler 2009


Nachdem alle Informationen zur Befundsituation dokumentiert wurden, können die Funde geborgen werden. Abhängig von der archäologischen Fragestellung werden die Oberflächen der Metallobjekte, meist aus Eisen, Bronze oder Silber, vollständig oder nur partiell („investigative conservation“) freigelegt. Letztere Vorgehensweise wird zunehmend von Restauratoren in Denkmalämtern eingesetzt, um große Fundmassen zu bewältigen.

Weiter grundlegende Arbeitsbereiche sind die Restaurierung von archäologischer Keramik und archäologischem Glas.