Organische Reste

Fragmente organischer Materialien an Metallfunden

Organische Materialien, die sich aufgrund von Korrosionsvorgängen an Bodenfunden aus Metall erhalten haben sind Träger wertvoller Informationen für die archäologische Forschung. Seit mehr als 10 Jahren werden in Stuttgart regelmäßig Studienprojekte zur Untersuchung und Restaurierung frühmittelalterlicher Grabbeigaben („Blockbergungen“) durchgeführt. Methoden zur Dokumentation, Freilegung und Identifizierung dieser organischen Materialien wurden weiterentwickelt. Die Niedervakuum-Elektronenmikroskopie ermöglicht die Visualisierung von sonst nicht wahrnehmbaren Prozessen während einer Konservierung und erlaubt daneben eine berührungsfreie Identifizierung der häufig sehr fragilen organischen Materialien.

Kooperationspartner:
Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung

Grundlagen
Reste von organischen Materialien an Bodenfunden aus Metall – Identifizierung und Erhaltung für die archäologische Forschung, Institut für Museumskunde an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, 13, 1997. (Diplom A. Fischer)

Aktuelle Ergebnisse aus Studienprojekten:
The Laboratory Processing of Block-lifted Finds from Graves, North European Symposium for Archaeological Textiles (NESAT XI), 10.-13. Mai 2011, LAD BW Esslingen

Feinstratigraphische Untersuchungen an Eisenobjekten des frühmittelalterlichen Gräberfelds von Dunum, Ldkr. Wittmund (Ostfriesland) – Zur Funktion und Deutung organischer Funde und Befunde, Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung (Hrsg.), Siedlungs- und Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet 35, Rahden: VML Verlag Marie Leidorf (2012) 317-351.

Untersuchungen im Niedervakuum-Elektronenmikroskop
Identification of organic remains on iron finds using variable pressure Scanning Electron Microscopy (VP-SEM)

Examination of organic remains preserved by metal corrosion, in: A. Meek, N. Meeks, A. Mongiatti und C. Cartwright (Hrsg.), Historical Technology, Materials and Conservation: SEM and Microanalysis, Archetype Publications Ltd. in association with the British Museum, London (2012) 43-48.

Historische Betrachtung und konservierungsethische Diskussion
Zerstörung oder Informationsgewinn? Konzepte und Ziele beim Reinigen von archäologischen Metallfunden,  in: C. Weyer, (Hrsg.), Oberflächenreinigung – Materialien und Methoden, Verband der Restauratoren (2006), 114-125.

Einzeluntersuchungen im Rahmen von Diplomarbeiten
Zur Bearbeitung von Blockbergungen mit organischen Resten aus archäologischen Ausgrabungen. Bergung, Konservierung und Auswertung von Zierscheibenbefunden aus dem frühmittelalterlichen Gräberfeld von Lauchheim (Ostalbkreis / BW) (Diplom B. Nowak, 2002)

‚Lorica Squamata‘ – Untersuchung, Konservierung und Präsentation von Fragmenten eines römischen Schuppenpanzers  (Diplom J. Schramm, 2012)
[Kooperation im Rahmen des EU-Projektes “DressID – Clothing and Identities. New perspectives on textiles in the Roman Empire“ mit dem REM Mannheim und dem Naturhist. Museum Wien]